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Grün und schwarz sieht dieses PS-Biest aus und unter seiner Haube schlummert ein wahres Monster. Wer jemals eine Corvette vom Schlag der Z06 bewegen durfte, der wird sich wohl kaum über Mangel an Motorleistung beklagt haben. Schließlich wird die US-amerikanische Sportwagen-Ikone bereits serienmäßig von einem 512 PS starken Siebenliter-V8 angetrieben, der die angetriebenen Hinterräder ohne jede Anstrengung in blauem Rauch aufgehen lässt. Selbst erfahrene Piloten sollten hinter dem Steuer dieses Dampfhammers Vorsicht walten lassen. Nur Verrückte würden auf die Idee kommen, die Leistung dieses Boliden noch signifikant steigern zu wollen. Karl Geiger aus München ist so Jemand, ein “Verrückter” mit Benzin im Blut …
Es gibt drei Wege, um die Leistung eines Verbrennungsmotors substanziell zu steigern: die Erhöhung des Hubraums, eine Aufladung mittels Abgasturbolader oder Kompressor sowie klassisches Tuning in Form der Modifizierung beweglicher Motorteile sowie der Kraftstoff- und Luftzuführung. GeigerCars verfügt über langjährige Erfahrung in allen diesen Bereichen und so verwundert es kaum, dass Karl Geiger entschied, für die ultimative Fahrmaschine auf Corvette Z06-Basis alle drei Wege gleichzeitig zu beschreiten. PS-Freaks wird allein beim Gedanken an das Endergebnis nun das Wasser im Munde zusammenlaufen.

Das Geiger Bi-Turbo Powerpaket umfasst eine Hubraumerweiterung auf beeindruckende 7,6 Liter. Neben den Modifikationen an Motorblock, Zylinderköpfen und Kurbeltrieb setzte Geiger verstärkte Ventilfedern, Titan-Federteller, Sportnockenwellen sowie einen 100 Millimeter-Luftmassenmesser ein. Die Drosselklappen und der Ansaugtrakt wurden bearbeitet. Herzstücke des Motorumbaus aber sind die beiden High Performance-Turbolader die gehörig Luft in die Brennkammern blasen. Und weil alles was vorne hereingeht hinten auch wieder herauskommen muss, installiert man bei Geiger zudem eine Sportabgasanlage mit vier armdicken Endrohren und Sportkats.

Das Datenblatt des zwangsbeatmeten Hubraumriesen ist bereits überaus beeindruckend: Unfassbare 890 PS bei 6.100 U/min sowie 944 Nm bei 4.500 Touren zerren an der Antriebsachse. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 354 km/h. Doch erst das reale Fahrerlebnis lässt einen begreifen, was dieses nüchterne Zahlenwerk bedeutet.
Untermalt von wütendem Bollern und Zischen quittiert die Bi-Turbo-Corvette jedem Gasstoß mit einem unfassbaren Schub, der in der Lage zu sein scheint, ein Halswirbelschleudertrauma hervorzurufen. Pures Gift! Karl Geiger scheint seinen unverwechselbaren „Geiger Green“-Farbton für dieses wilde Tier nicht ohne Grund ausgewählt zu haben.

Natürlich wird diese schiere Power nicht einem serienmäßigen Z06-Antriebsstrang zugemutet. Eingebaut wurden vielmehr ein verstärktes Getriebe sowie eine 2-Scheiben-Carbon-Kupplung in Verbindung mit einer Carbon-Kardanwelle. Auch Antriebswellen und Differenzial wurden verstärkt, was bei fast 1000 Nm auch zwingend nötig war.

Eine Herausforderung ist auch die Übertragung der Motorpower auf die Straße. Auf in Glanzschwarz lackierte Leichtmetallräder der Größen 10×19 und 12×20 Zoll zog Geiger dazu vorn 285/30er und hinten gar 345/25er Gummiwalzen auf. Hinter den Felgensternen sitzt gut sichtbar eine Hochleistungsbremsanlage mit genuteten 380×32 Millimeter-Bremsscheiben und 6-Kolben-Sätteln vorn sowie 355×32 Millimeter messenden Scheiben und 4-Kolben-Bremssätteln hinten. Das Geiger-Sportfahrwerk 2 beinhaltet Sportstoßdämpfer mit 16-fach einstellbarer Druck-/Zugstufendämpfung, straffere Blattfedern sowie Stabilisatoren für Vorder- und Hinterachse.

Wie üblich versah Geiger die Corvette-Karosserie mit dem hauseigenen GT-Breitbau-Kit, der Bug und Heck eine völlig neue, deutlich bulligere Optik verleiht. Die Entlüftungsschlitze in der schwarzen Motorhaube sehen nicht nur spektakulär aus, sondern erfüllen durchaus einen technischen Zweck: Sie beugen thermischen „Unpässlichkeiten“ des Turbomotors vor.
Zum Einsatz des grünen Monsters mit seinen fast 900 PS wird eine waffenscheinähnliche Fahrerlaubnis benötigt. Wer mit dieser Waffe auf vier Rädern unterwegs sein will, sollte fahrerisches Können beweisen, denn sonst löst sich der Traum innerhalb von wenigen Sekunden in den Vergleichswert einer Abwrackprämie auf.
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